Besonderheit der Milk-Bar

Warum die Milkbar?

Der einzigartig entwickelte Sauger der Milkbar sorgt für eine gleichmäßigere und langsamere Aufnahme als vergleichbare Produkte. Dadurch und durch die gute Speichelbildung ist eine gute Fettverdauung vom ersten Lebenstag an gewährleistet. Zudem ist durch die langsame Aufnahme der Milchbrei im Labmagen feinkörniger und seine weitere Verdauung unproblematisch. Zudem sind die Kälber beim Füttern ruhiger und besaugen sich im Anschluß weniger, da ihr natürliches Saugbedürfnis ausreichend gestillt wurde.

Durch die flexible Aufhängung der Milk Bar ist die Überstreckung des Halses, der zum Schlundrinnen Reflex führt, garantiert. Dieser sorgt dafür, dass Milch direkt über die Speiseröhre in den Labmagen gelangt. Denn der Pansen und die anderen Vormägen sind noch unterentwickelt und nicht für die Milchverdauung ausgestattet.

Wie setzte ich die Milk Bar ein?

Die Milk bar kann vom ersten Tag an eingesetzt werden. Die gelben Sauger (Kolostrumnuckel) sorgen für eine leichte Eingewöhnung. Nach zwei Mahlzeiten ist die ad libitum Aufnahme durch einen neuen schwarzen Nuckel möglich. Mit Beginn der Gruppenphase können aus verschiedenen Größen der Milk Bars gewählt werden oder durch Blindstopfen variabel angepasst werden. Jede Gruppe sollte ihren eigenen Tränkeimer besitzen, insbesondere bei Umsetzung der Empfehlung „Der Nuckel folgt dem Kalb“. Dabei wird der Nuckel aus dem Einzeleimer in den entsprechenden Gruppeneimer umgesetzt. Wichtig ist dann aber, etwa gleichalte Gruppen zu bilden. Nach dem Absetzen werden die Sauger entsorgt.

Worauf muss ich achten?

Die Gruppeneimer sollten nach der Fütterung umgeschwenkt bzw. entleert und aus der Gruppe entfernt werden. Dadurch wird die Lebensdauer der Sauger erhöht, die Kälber werden nicht ans Dauernuckeln gewöhnt (Schnullereffekt) und der Freßplatz erhält die maximale Breite.

Milk Bar Sauger werden aus natürlichen Materialien hergestellt und sind wie alle Gummiteile in ihrer Haltbarkeit begrenzt. Um diese zu erhöhen, empfiehlt der Hersteller eine regelmäßige Reinigung (2-mal wöchentlich) mit alkalischen Reinigungsmitteln, um anhaftende, das Gummi erweichende Eiweiße zu entfernen.

Auf folgender Internetadresse kann das Wechselintervall/die Haltbarkeit berechnet werden: http://info.milkbar.co.nz/

Wesentlich ist auch ein frühes Angebot an Frischwasser aus einer geeigneten Tränke. Wasser in den Pansen gelangen kann, sollte es nicht aus einem Nuckeleimer gegeben werden. Durch die Aufnahme über einen Nuckel wird der Schlundrinnenreflex ausgelöst und das Wasser gelangt direkt in den Labmagen. Wasser sollte aber erst in den Pansen gelangen, um diesen zu spülen und zu dehnen.

Wie kann ich die Haltung gestalten?

Einzelhaltung

Auf Stroh in Boxen oder Iglus im Rein-Raus Verfahren ist die bevorzugte Haltungsform. Da Kälber kaum Eigenwärme produzieren und der Hautnabel noch offen ist, müssen sie zu jeder Zeit auf ausreichend trockener Einstreu gehalten werden. Zur ad libitum Tränken eignen sich besonders die Einzeleimer mit verstellbaren Haken mit einem Fassungsvermögen von 8l. Als kostengünstigere Variante stehen Einzeleimer mit festen Haken und umgerüstete einfache Tränkeeimer zum Einhängen zur Verfügung. Sollten zwei Kälber (z.B. Zwillinge) in ausreichend großen Einzelboxen gehalten werden, kann auch der Compartmentfeeder mit zwei Nuckeln verwendet werden.

Nach dem Ausstallen ist eine direkt anschließende Reinigung, Desinfektion (z. B. mit …) und Leerstehen der Boxen/Iglus sowie aller Kontaktflächen eine äußerst wirksame und notwendige Verminderung möglicher Krankheitserreger!

Gruppenhaltung

Auch hier gilt: auf Stroh in Boxen oder Iglus im Rein-Raus Verfahren ist die bevorzugte Haltungsform. Zum Aufhängen gibt es Gruppeneimer in verschiedenen Größen (6er und 10er mit verstellbaren Haken; 5er, 12er und 13er mit festen Haken). Größere Kälbergruppen können mit stehenden, tlw. mobilen Tränken gefüttert werden. Mit Blindstopfen kann die Gruppengröße variabel angepasst werden.

Bei der Wahl der Gruppengröße sollte grundsätzlich darauf geachtet werden, die Kälber am Futtertrog ausreichend Platz und innerhalb der Gruppe einen geringen Altersunterschied haben. Denn in der Gruppenphase spielt die Aufnahme von Kälberfutter eine zunehmend tragende Rolle. Generell ist eine stabile Gruppe hinsichtlich auf konstante soziale Kontakte, Übersichtlichkeit und Gesundheitsmanagement leichter zu handhaben.

Was bedeutet das Prinzip: Der Sauger folgt dem Kalb?

Um immer den richtigen Sauger für jede Gruppe zu haben, ist es von großer Bedeutung in den Einzeliglus für die jüngsten Kälber immer einen neuen schwarzen Sauger zu verwenden. Durch den neuen Sauger werden die Speicheldrüsen und die Kaumuskulatur bestmöglich trainiert. Diese neuen Sauger werden beim Umstallen der Kälber in eine Gruppe aus den 1er Milk Bars ausgebaut und in den entsprechenden Gruppeneimer umgebaut. Es gilt der Grundsatz:  Der Sauger folgt dem Kalb! Es sollte jeweils ein Gruppeneimer für jede Gruppe zur Verfügung stehen und mit einer Nummer versehen sein, um Verwechslungen zu vermeiden.

Dies hat mehrere Vorteile:

  • Der Milchdurchfluss des Saugers steigt mit zunehmendem Alter automatisch und passt sich dadurch den Bedürfnissen des Kalbes an. Zu Anfang ist eine maximale Speichelproduktion wichtig, um die Labmagenverdauung zu unterstützen. Mit zunehmender Entwicklung des Pansens darf der Milchfluss etwas steigen.
  • Das Risiko von Infektionsübertragungen von Gruppe zu Gruppe ist minimiert, da für jede Gruppe ein Tränkeeimer vorhanden ist.
  • Junge Kälber werden niemals mit alten Saugern gefüttert, was das Durchfallrisiko minimiert.
  • Die Tränkeeimer können am Fressgitter jede Gruppe bleiben. Dies spart Arbeitszeit.
  • Dieses einfache System ist nachvollziehbar und somit gut an Mitarbeiter zu übertragen. Wird der Grundsatz: „Der Sauger folgt dem Kalb!“ Eingehalten, kann es nicht dazu kommen, dass die Sauger zu alt werden, da nach dem Absetzen einer Gruppe die Sauger entsorgt und der Eimer gereinigt wird.