Jürn Diers Kälbertränken

Nach meiner landwirtschaftlichen Ausbildung und anschließendem Studium der Agrarwissenschaften an der Fachhochschule Osnabrück folgte ein dreimonatiges Praktikum in Irland. Dieses Praktikum diente vornehmlich zum Kennenlernen des irischen Melksystems. Denn zu dieser Zeit (2006) stand auf meinem elterlichen Betrieb die Erneuerung des Melksystems an, und ich wollte mir eigens Eindrücke verschaffen. Da ich auf einem irischen Milchviehbetrieb mit ca. 250 Kühen arbeitete und lebte, wurde ich ebenfalls fast zwangsläufig auf die neuseeländische Art der Kälberfütterung mit der Milk Bar aufmerksam gemacht. Bedingt durch die Blockabkalbung war es hier notwendig, bis zu 50 Kälber gleichzeitig mit Milch zu füttern. Dies geschah mit dem großen Milk Bar Anhänger und hat mich doch sehr beeindruckt.

Milk Bar Anhänger

Trotz der großen Anzahl an Kälbern, die aus einem Behälter mit Milch versorgt wurden, konnte ich während meines Aufenthalts kein Auseinanderwachsen der Tiere beobachten, oder feststellen, dass fütterungsbedingte Durchfälle auftraten. Ich besuchte während meiner Zeit in Irland ca. 15 weitere milchwirtschaftliche Betriebe.

Dies hat mich von den Vorteilen des Milk Bar Nuckels überzeugt und mich veranlasst, auch in Deutschland zu versuchen, diese einfache Art der Kälberfütterung zu verbreiten. Auch andere Landwirte sollten ihre Vorteile aus diesen einfachen aber sehr physiologischen Tränkewannen ziehen können.

Diers Hof in Oldenburg

Zurück in Deutschland lernte ich auf der Eurotier 2006 den Hersteller Ross McInnes aus Neuseeland persönlich kennen, und er ermunterte mich, den Schritt in den Einzelhandel zu wagen. Ausgestattet mit einer 5er und einer 10er Milk Bar, begann der Testeinsatz auf dem elterlichen Betrieb www.diershof.de.

Mein bis dahin schon guter Eindruck bestätigte sich auch bei unseren eigenen Kälbern, die damals noch in 5er Gruppen gehalten wurden. So begann ich den Verkauf in Deutschland. Damals wurden die weibliche Kälber von 150 Kühen aufgezogen. Der landwirtschaftliche Betrieb entwickelte sich in den folgenden Jahren weiter. Es wurde ein neues Melkzentrum von Dairymaster (24er Swing Over) gebaut und der Boxenlaufstall auf 250 Stallplätze erweitert.

Heute werden unsere Kälber die ersten Tage in Einzeliglus gehalten und anschließend in 6er Gruppen in Außeniglus oder in 10er Gruppen in Altställen auf Stroh gehalten. Die damals gekauften 10er und 5er Eimer sind bis heute im Einsatz. Neben dem Tränkeverfahren hat sich für uns die Umsetzung eines strikten „Rein-Raus-Verfahrens“ sehr positiv bemerkbar gemacht.

Seit 2010 ist mit diesem Shopsystem auch der Verkauf über das Internet an unsere Kunden möglich. Diese Plattform soll die wiederkehrenden Bestellungen von Nuckeln oder Zubehör vereinfachen. Auch Neukunden können nun bequem ihre Milk Bars online bestellen. Außerdem ist diese Website als Wissensportal rund ums Kalb und dessen Aufzucht und dem Austausch von Ideen von Praktikern für Praktiker zu verstehen.

Jürn Diers
www.milk-bar.de